Das ist mein C64. Ich habe ihn 1989 in einem An- und Verkauf in Hamburg für 90 DM gekauft, mit Joystick und Datasette. Dazu kam es, als ich mit meinen Großeltern nach der Grenzöffnung zum ersten Mal meine Tante besuchen durfte. Ich weiß bis heute nicht, wie es dazu kam, aber Jürgen, mein Cousin, führte mich irgendwie zielstrebig zu einem kleinen Laden in Hamburg-Barmbek, und wir kauften dieses beige Wunderwerk. Geplant war das nicht. Es war einfach ein netter Zug, der doch so viel Einfluss auf mich haben sollte.

Die erste Retroparty #
Genau diesen C64 baute ich rund 20 Jahre später zur ersten Retroparty bei meinem alten Arbeitgeber auf. Die Idee: Wir stellen ein paar alte Computer auf, machen Highscore-Battles in verschiedenen Spielen, und am Ende wird der King of Retro gekürt. Die Party war ein voller Erfolg, und wir wiederholten sie fortan fast jährlich an wechselnden Orten. Es kamen immer mehr Gäste und immer mehr Geräte. Gerade vor den Partys fand das eine oder andere neue alte Gerät einen neuen Besitzer in unserem Umfeld.
Mit der Zahl der Geräte und Gäste stieg natürlich auch der Aufwand, teilweise zum Unmut unserer Mitbewohner. Also blieb es dabei: Die Technik kam einmal im Jahr vom Dachboden, direkt zur Party und danach wieder zurück. Um Retro-Technik dauerhaft zu Hause aufzubauen, fehlte uns allen der Platz oder die Freigabe der Familie, einen Sony Trinitron vor die Couch zu schieben.
Die Idee vom Retro-Man-Cave #
Nach einer Party standen wir in einer kurzen Pause draußen, um Luft zu schnappen, und hatten einen Gedanken: Man müsste einen festen Ort haben, an dem man sich ernsthaft mit alten Computern beschäftigen kann. Gemeinsam und ohne Schlepperei. Eine dauerhafte Retro-Location, unser Retro-Man-Cave.
Dann zog noch einige Zeit ins Land, mit etlichen Besichtigungen, bis wir schließlich einen Raum gefunden hatten, der für uns drei viel zu groß und zu teuer war, aber einfach zu schön um abzusagen. Am 23. April 2023 haben wir die Zwinglistraße 25 besichtigt, drei Tage später feierten wir im Espitas die Unterschrift unter den Mietvertrag. Einen Plan hatten wir nicht, nur einen Raum für Ideen. Kurz darauf standen die ersten Möbel in unserem Raum. Ein bisschen wie der Einzug in die erste Junggesellenbude.


Wer wir sind #
Ich bin Alex, Jahrgang 1979 und gebürtiger Dresdner. Die anderen beiden Gründer, Jörg und Jupi, sind etwa gleichen Baujahrs. Aus dem Hobbyraum für drei wurde am 9.1.2024 der Retro Computer Dresden e.V., heute mit 32 Mitgliedern und wahrscheinlich der größte Retro-Computer-Verein Ostdeutschlands.
Wenn du wissen willst, wie es dazu kam, komm vorbei: jeden Mittwoch ab 18 Uhr beim Retro-Mittwoch in der Zwinglistraße 25, 01277 Dresden.



